Dein Stundensatz muss nicht immer festgelegt sein. Je nach Situation kannst du manchmal einen niedrigeren oder höheren Satz verlangen. Zum Beispiel, weil du einen Auftrag gerne annehmen möchtest oder weil der Job nicht in deinen vollen Terminkalender passt. Du kannst auch bewusst günstigere und teurere Angebote versenden, um zu testen, ob deine Preise marktgerecht sind. So findest du letztendlich heraus, was dein optimaler Freelancestundensatz ist.

Warum ein Angebot auch für dich wertvoll ist

Hast du als Freelancer einmal einen Stundensatz festgelegt und kannst dies mit einer klaren Erklärung untermauern, bist du noch nicht am Ziel. Kunden möchten im Voraus wissen, was die Gesamtkosten sind. Daher ist ein Angebot unerlässlich. Dieses ist nicht nur wichtig für den Kunden, sondern auch für dich selbst. Es zwingt dich, über den Auftrag, die benötigte Zeit und den Preis, den du verlangst, nachzudenken. Durch das Erstellen von Angeboten lernst du viel. Achte darauf, neben einer realistischen Zeitschätzung verschiedene Faktoren zu berücksichtigen.

Analysiere deinen Auftraggeber

Dein Stundensatz kann je nach Kunde variieren. Beurteile daher im Voraus deinen Auftraggeber: Hat er spezielle Wünsche? Ist der Auftrag risikobehaftet? Zahlt der Kunde schnell oder langsam? Gibt es viel administrativen Aufwand? Und verlangt der Kunde viel Abstimmung? Basierend darauf entscheidest du, ob deine Grundkosten zu diesem Kunden passen. Dies ist besonders wichtig bei einem großen Projekt. Manchmal ist es sinnvoll, deine Kosten anders zu kalkulieren. Vertraue dabei auch auf dein Bauchgefühl, besonders bei neuen Kunden.

Überlege, wie sehr du den Auftrag möchtest

Neben dem Auftraggeber ist es wichtig zu bestimmen, wie sehr du den Job machen möchtest. Passt er gut in deine Planung? Wie viel Zeit möchtest du investieren? Und bist du begeistert von dem Projekt? Hast du viel Arbeit und spricht dich der Auftrag weniger an, ziehe in Betracht, deinen Angebotspreis zu erhöhen als Ausgleich. Ist es ein einfacher Auftrag, der dir Spaß macht oder dich herausfordert, kannst du deinen Preis senken. Besonders wenn es mögliche Folgeaufträge gibt und du so einen neuen Kunden in dein Netzwerk aufnimmst. Liefere auch zu einem niedrigeren Preis Qualität, kann das oft eine wertvolle Referenz bringen.

Variiere mit günstigeren und teureren Angeboten

Neben Anpassungen basierend auf Kunde und Auftrag kannst du auch bewusst mit deinen Preisen spielen, um zu testen, ob du zu niedrig oder zu hoch angesetzt bist. Erstelle für jedes neue Angebot einen abweichenden Vorschlag: manchmal bis zu 20% höher, manchmal niedriger. Nach mehreren Projekten siehst du, welche Preise bei Auftraggebern am besten ankommen.

Verfolge den Erfolg deiner Angebote

Vergleiche, wie oft du mit verschiedenen Preisen erfolgreich bist. Wenn nur 10% deiner hohen Preise erfolgreich sind, ist das wahrscheinlich nicht rentabel. Wenn du mit 60% deiner niedrigen Preise Aufträge gewinnst, ist das ein gutes Zeichen. Manchmal sind es 50% der hohen Preise und 100% der niedrigen Preise; dann liegt der optimale Preis wahrscheinlich höher. Wenn jedes Angebot akzeptiert wird, bist du möglicherweise zu niedrig. Versuche auch, mindestens ein Drittel deiner Angebote zu gewinnen; gelingt dir das nicht, bist du wahrscheinlich zu teuer. Beachte, dass diese Prozentsätze je nach Branche variieren können.

Indem du diese Tipps anwendest und jedes Angebot – sowohl im Voraus als auch im Nachhinein – analysierst, erhältst du wertvolle Einblicke. So findest du im Laufe der Zeit deinen idealen Freelancestundensatz.