Als Freelancer sendest du regelmäßig Angebote an potenzielle Kunden, die im Voraus eine Preisangabe erhalten möchten. Es ist wichtig, ein scharfes Angebot zu erstellen, das den Kunden überzeugt, aber auch klar und realistisch ist, um Probleme im Nachhinein zu vermeiden.
Die Bedeutung eines realistischen Angebots
Ein Angebot ist ein Vorschlag zur Erbringung bestimmter Dienstleistungen oder Arbeiten zu einem festen Preis. Oft sendest du dieses nach einer erfolgreichen Akquise. Kunden fragen manchmal Angebote bei mehreren Freelancern an, um die beste Wahl zu treffen. Auch wenn es verlockend sein kann, einen niedrigen Preis anzubieten, um den Auftrag zu erhalten, ist es entscheidend, realistisch zu bleiben. Wenn die endgültige Rechnung höher ausfällt als das Angebot, musst du dies selbst tragen oder dem Kunden weiterberechnen.
Gestalte das Angebot attraktiv
Da dein Angebot mit dem anderer konkurrieren kann, sollte es Vertrauen erwecken. Frage den Kunden nach seinen Wünschen und passe dein Angebot entsprechend an. Achte darauf, dass das Angebot professionell und übersichtlich aussieht. Verwende deine Corporate Identity und vermeide Fachjargon. Versende das Angebot digital oder per Post mit einem Begleitbrief, in dem du auf das vorherige Gespräch verweist. Bei einem schriftlichen Angebot kannst du den Kunden bitten, dieses zu unterschreiben; so entsteht ein rechtlicher Vertrag.
Welche Informationen gehören in ein Angebot?
Gib immer deine eigenen Daten und die des Kunden an. Beschreibe klar, welche Arbeiten das Angebot umfasst und wann es zu Mehrarbeit kommt. Du kannst die Arbeiten aufschlüsseln, sodass der Kunde wählen kann, was durchgeführt wird und was nicht. Füge den Preis oder den Gesamtbetrag, die berechnete Mehrwertsteuer und gegebenenfalls einen Zeitplan hinzu. Gib an, unter welchen Bedingungen der Zeitplan realisierbar ist, beispielsweise bei rechtzeitiger Auftragserteilung. Da Angebote nicht unbegrenzt gültig sind, notiere das Ausgabedatum und ein Gültigkeitsdatum. Verweise auf eventuelle Allgemeine Geschäftsbedingungen und vergib eine eindeutige Angebotsnummer. Dies erleichtert das Auffinden und ist praktisch für deine Buchhaltung.
Preis festlegen: Festpreis oder Nachkalkulation
Du kannst einen Festpreis vereinbaren oder mit Nachkalkulation arbeiten. Ist es schwierig, den Endpreis genau zu schätzen, erstelle eine Schätzung. Kunden ziehen oft einen Festpreis vor, da dies Sicherheit bietet und Überraschungen vermeidet. Für dich als Freelancer ist die Nachkalkulation vorteilhafter, da du für alle geleisteten Stunden bezahlt wirst, auch wenn diese nicht im Angebot standen. Möchtest du Kunden von der Nachkalkulation überzeugen, gib an, dass Kostenüberschreitungen niemals mehr als beispielsweise 10 bis 20 Prozent betragen werden.
Angebot in Teile aufteilen
Bei großen Projekten ist es hilfreich, die Arbeit in kleinere Abschnitte zu unterteilen. So kannst du den Gesamtpreis besser bestimmen und es bleibt übersichtlich für den Kunden. Du verknüpfst dies mit einem Zeitplan, und bei Problemen durch unvorhergesehene Umstände kannst du leicht auf die vereinbarten Teile zurückgreifen. Dies verhindert auch, dass du Arbeiten ausführst, die nicht angeboten wurden.
Kosten weiterberechnen
Berechne deinen Preis, indem du eine Zeitschätzung vornimmst und diese mit deinem Stundensatz multiplizierst. Neben dem Preis musst du auch Kosten weiterberechnen, insbesondere bei größeren Aufträgen. Denke an die Zeit für die Organisation von Kurierdiensten, das Engagieren anderer Freelancer, Druckkosten, Hosting und Lagerung. Es ist üblich, diese Kosten um etwa 25 % zu erhöhen, um zeitaufwendige Arbeiten und Vorfinanzierung zu kompensieren. Sei lieber etwas vorsichtiger mit deiner Kostenkalkulation als zu niedrig, um Überraschungen zu vermeiden.
Weißt du nicht genau, wie ein gutes Angebot in deiner Branche aussieht? Frage dann einen Kollegen um Rat oder schaue dir Angebote von vergleichbaren Unternehmen an. Halte fest, wie viele deiner Angebote erfolgreich sind, und analysiere diese, um dein optimales Freelancetarif zu bestimmen.